Hallo Reader,
Die Planung von Content ist die eine Sache. Wenn mehrere Menschen beteiligt sind, ist das jedoch eine ganz andere.
Am Anfang fühlt sich das oft gut an: Mehr Köpfe, mehr Ideen, mehr Perspektiven. Endlich hängt nicht mehr alles an einer Person. Endlich gibt es Austausch.
Und dann kann Folgendes passieren: Die Ideen sind da. Die Motivation auch. Aber irgendwo zwischen Kick-off, ersten Entwürfen und Feedbackschleifen beginnt es zu haken.
Niemand blockiert absichtlich.
Trotzdem verzögert sich alles.
Ein Thema wird beispielsweise dreimal neu angesetzt, weil unklar ist, wofür es eigentlich gedacht war. Das Feedback kommt spät oder ist widersprüchlich.
Während grundlegende Entscheidungen offenbleiben, werden Kleinigkeiten ausführlich diskutiert.
Was nach außen wie „Teamarbeit“ aussieht, fühlt sich von innen oft wie Reibung an.
Und genau an diesem Punkt stelle ich bei der Arbeit mit meinen Kund*innen immer wieder fest: Das Problem ist nicht, dass zu viele Menschen beteiligt sind.
Das Problem ist, dass die Content-Planung im Team andere Regeln braucht als die Solo-Planung – und diese Regeln werden selten bewusst gemacht.
In dieser Ausgabe zeige ich dir typische Reibungen in Teams und verrate dir, wie Contentplanung gemeinsam wieder leichter wird.
Beste Grüße
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Steffi Kowalski
Content Managerin und Content Strategin
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Leitgedanke
– Was ändert sich, sobald mehrere Beteiligte im Spiel sind?
Bei der Einzelplanung kann ich mir Unschärfen leisten.
Ich weiß ja, was ich meine. Ich kann spontan umplanen, Dinge liegen lassen oder neu sortieren.
Im Team funktioniert das nicht mehr so einfach.
Denn plötzlich tauchen Fragen auf wie:
- Wer entscheidet, ob ein Thema „fertig gedacht“ ist?
- Wer gibt Feedback und wann?
- Was passiert, wenn jemand ausfällt oder langsamer arbeitet?
- Und woran merken alle eigentlich, dass sie gerade das Richtige tun?
An diesem Punkt stellen viele meiner Kund*innen fest: Der eigentliche Engpass ist nicht die Content-Idee, sondern die fehlende gemeinsame Orientierung
Typische Reibungspunkte, die ich fast immer sehe:
Wenn die Contentplanung mit mehreren Beteiligten schwierig wird, liegt das selten an fehlendem Engagement. Meist liegt es an folgenden Punkten:
- Unklare Rollen: Alle sind irgendwie zuständig und gleichzeitig fühlt sich niemand wirklich verantwortlich.
>> Klarheit darüber, wer was entscheidet und wer zuarbeitet, reduziert Reibung.
- Unterschiedliche Planungslogiken: Die eine Person denkt in Kampagnen, die andere in einzelnen Beiträgen.
>> Eine gemeinsame Planungsebene schaffen, bevor ihr ins Detail geht.
- Feedback zur falschen Zeit: Kommentare kommen, wenn Inhalte eigentlich schon „durch“ sind.
>> Legt Feedback-Zeitpunkte fest und überlasst sie nicht dem Zufall.
- Zu viel implizites Wissen: „Das wissen doch alle“ ist einer der häufigsten Denkfehler.
>> Annahmen explizit machen. Lieber einmal zu viel erklären als einmal zu wenig.
Wie ich die Contentplanung im Team angehe
Für mich besteht Team-Contentplanung aus zwei Ebenen:
- Die strukturelle Ebene: Themenräume, Ziele, Timings, Verantwortlichkeiten. Sie sorgt dafür, dass alle vom Gleichen sprechen.
- Die kommunikative Ebene umfasst Abstimmung, Feedback, Erwartungen und Spielräume. Sie sorgt dafür, dass sich niemand ständig korrigiert oder ausgebremst fühlt.
- Beides gehört zusammen: Ein perfekter Plan ohne saubere Kommunikation funktioniert genauso wenig wie gute Gespräche ohne Struktur.
Was die Contentplanung im Team wirklich leichter macht
- Weniger gleichzeitige Themen, dafür klare Schwerpunkte.
- Sichtbare Zwischenschritte statt der Einstellung „Am Ende muss es fertig sein.“
- Dokumentierte Entscheidungen statt Chat-Verläufe.
- Realistische Zeitfenster, die Puffer enthalten.
- Und ein gemeinsames Verständnis davon, wann Content gut genug ist.
Das klingt banal, macht aber oft den Unterschied zwischen Chaos und Zusammenarbeit aus.