Hallo Reader,
ich kann meinen Trello-Plan einsehen, eine perfekte Monatsstruktur haben und trotzdem kommt erst einmal nichts.
Und dann sitze ich später mit einem Kaffee da, lese einen Satz in einem Buch oder stolpere über einen Kommentar auf LinkedIn – und plötzlich ist der Gedanke da.
Er ist noch nicht fertig und auch nicht sauber formuliert, aber eindeutig: Das ist ein Thema.
Früher hat mich das irritiert, weil es so chaotisch wirkte.
Inzwischen sehe ich darin einen sehr konkreten Teil meiner Contentplanung: Dinge sammeln, beobachten und verknüpfen. Nur eben nicht nur am Schreibtisch.
Wie entstehen deine besten Content-Ideen?
Beste Grüße
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Steffi Kowalski
Content Managerin und Content Strategin
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Leitgedanke
– Meine Contentplanung hat zwei Ebenen
Die sichtbare Ebene umfasst das, was man klassischerweise erwartet: Redaktionsplan, Themensammlung, Schwerpunkte, Content-Days und Reviews. Das sorgt dafür, dass Inhalte zuverlässig entstehen und nicht jede Woche neu erfunden werden müssen.
Die unsichtbare Ebene umfasst alles, was früher unter „Ablenkung“ lief und heute meine Content-Nährstoffe sind: Dazu gehören Notizen auf Post-its, halbvolle Notizbücher, gespeicherte Artikel, Podcast-Schnipsel, Offtopic-Interessen und Kaffeepausen.
Was diese untypischen Routinen so wertvoll macht, ist, dass sie keine fertigen Beiträge liefern, sondern Rohmaterial:
- Durch Notizen erhalte ich Zugang zu meinem eigenen Denken und zu Formulierungen, die sich echt anfühlen. Oft entsteht Content bei mir erst beim zweiten oder dritten Blick auf eine Notiz.
- Viel Lesen – besonders auch von Kolleg*innen und Kommentaren – zeigt mir, welche Fragen wirklich im Raum stehen, wo Missverständnisse auftreten und wo noch eine klare Einordnung fehlt.
- Offtopic (bei mir viel Science-Fiction, Fantasy und Games) erweitert meinen Blick. Dadurch werden Narrative, Perspektivwechsel und Metaphern trainiert – und es wird verhindert, dass mein Content zu eng wird.
- Podcasts sind ein Denkraum: weniger „Ich muss mir das merken“, mehr „Ah, so kann man das auch sehen“.
- Pausen dienen der Verarbeitung. Ohne sie produziere ich zwar mehr, aber die Qualität leidet und ich verliere den roten Faden zu dem, was ich eigentlich sagen will.
Der Punkt ist nicht, dass alles Offtopic automatisch hilfreich ist. Diese Routinen machen Inhalte weniger austauschbar. Sie sorgen dafür, dass Inhalte nicht nur funktionieren, sondern auch Substanz erhalten. Zudem nehmen sie den Druck raus, weil du nicht jedes Mal auf Knopfdruck originell sein musst.