Hallo Reader,
auf dem Papier wirken Content-Creation-Tools effizient. Für jeden Schritt gibt es eine Lösung. Planung, Abstimmung, Gestaltung und Veröffentlichung. Alles hat seinen Platz.
Während ich mich durch meine Werkzeugkiste klicke, wird mir bewusst, dass ich ständig kleine Entscheidungen treffe, die ich nicht mehr bewusst hinterfrage:
Welche Vorlage ist die richtige?
Wo liegt der aktuelle Stand?
Warum mache ich diesen Zwischenschritt bei bestimmten Tools eigentlich immer noch?
Ich habe deshalb damit begonnen, meine eigenen Content-Creation-Tools aufzuräumen: Kein neues Tool, aber auch keine radikale Reduktion.
Ich wollte verstehen, mit welchen Tools mir die Arbeit leichter fällt und welche mir Energie rauben.
Dabei interessiert mich eine Frage, die ich auch dir stellen möchte:
Wenn du auf deine Content-Creation-Werkzeugkiste schaust, welches Tool erschwert dir die Content-Arbeit? Kann es aussortiert werden?
Beste Grüße
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Steffi Kowalski
Content Managerin und Content Strategin
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Leitgedanke
– Für mich ist der Frühjahrsputz keine technische Übung, sondern eine Gelegenheit, den Zustand meiner Toolkiste zu überprüfen und sie zu optimieren.
1.Definiere Räume statt alles gleichzeitig anzufassen.
Ich teile meine Tools zur Content-Erstellung in klar abgegrenzte Bereiche ein. Beispielsweise strategische Planung, operative Abstimmung, Umsetzung oder Veröffentlichung. Jeder Bereich bekommt einen eigenen Zeitblock.
In diesem öffne ich nur die Tools, die wirklich dazugehören. Es gibt keine parallelen Tabs und ich springe nicht zwischen Themen hin und her.
Das Ziel besteht darin, den Ist-Zustand vollständig zu verstehen.
Allein durch diese Fokussierung werden die vielen Doppelstrukturen sichtbar, die sich im Laufe der Zeit eingeschlichen haben.
2.Kläre die Spielregeln für jedes Tool.
Ich stelle mir nicht die Frage, wo etwas liegt. Vielmehr frage ich mich: Welche Aufgabe löst dieses Tool für mich im Content-Prozess?
Wenn ich diese Frage nicht klar beantworten kann, entsteht Chaos.
Je mehr Funktionen ich einem Tool zuschreibe, desto mehr Erwartungen hängen daran. Und desto öfter bin ich irritiert, wenn es diese Erwartungen nicht erfüllt.
Deshalb definiere ich pro Tool eine klare Hauptfunktion.
Diese Klarheit verändert viel im Alltag. Ich überlade ein Tool nicht mehr mit Aufgaben, für die es nie gedacht war. Dadurch reduziere ich Rückfragen, denn es ist klar, wofür welches System genutzt wird. Außerdem erkenne ich schneller, wenn ich versuche, ein strukturelles Problem mit einer weiteren Funktion zu lösen.
Das klingt banal. In der Praxis ist es jedoch der Moment, in dem aus einer Sammlung von Content-Creation-Tools wieder ein System wird.
Wenn du das für dich testen möchtest, nimm dir heute ein Tool aus deinem Setup und schreibe in einem Satz auf, wofür es da ist. Wenn dieser Satz schwammig bleibt, liegt genau dort dein nächster Ansatzpunkt.
3.Führe den Praxistest durch.
Ein Setup wirkt oft stimmig, solange ich es in Ruhe durchdenke. Ob es wirklich funktioniert, zeigt sich jedoch erst im echten Arbeitsalltag.
Deshalb prüfe ich jeden Bereich meiner Content-Creation-Tools mit der folgenden einfachen Leitfrage: „Hält dieses Setup meinem typischen Arbeitstag stand?”
Damit meine ich keinen idealen Tag mit Fokuszeit. Ich meine einen Tag mit zwei Abstimmungen, spontanen Rückfragen und einer Deadline am Nachmittag.
Sehr konkret schaue ich auf drei Dinge:
- Wie viele Schritte brauche ich vom Thema bis zur Veröffentlichung, ohne zwischendurch neu zu sortieren?
- An welcher Stelle beginne ich regelmäßig zu improvisieren?
- Wo treffe ich Entscheidungen, obwohl sie eigentlich geklärt sein könnten?
Wenn ich merke, dass ich bestimmte Schritte konsequent abkürze, dann ist das kein Disziplinproblem. Es ist ein Hinweis darauf, dass mein Prozess zu kompliziert ist oder eine klare Regel fehlt.
Der Praxistest verschiebt den Blick. Ich optimiere nicht, um ein perfektes System zu erreichen. Ich optimiere aus der Perspektive eines realen Arbeitstags.